Interdisziplinäre Tagung zu Regers Orgelschaffen

Vom 25. bis 27. Oktober 2012 veranstaltet das Max-Reger-Institut eine internationale Tagung in Mainz unter dem Titel Konfession – Werk – Interpretation. Perspektiven der Orgelmusik Max Regers mit renommierten Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen und weltweit anerkannten Künstlern, die sich dem Reger’schen Orgelschaffen mit Vorträgen, Diskussionen und Musikdarbietungen zu nähern suchen und sehr unterschiedliche, jedoch in einem engen Beziehungsgeflecht verbundene Aspekte beleuchten.

Veranstaltungspartner sind die Akademie des Bistums Mainz Erbacher Hof Mainz, die Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz sowie die Hochschule für Musik Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

 

Aktuellen Anlass bietet die neue Wissenschaftlich-kritische Ausgabe von Werken Max Regers (RWA) des Max-Reger-Instituts, die seit 2008 von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur gefördert wird. Mittlerweile sind die ersten drei Bände mit Orgelwerken erschienen: CHORALPHANTASIEN (2010), PHANTASIEN UND FUGEN, VARIATIONEN, SONATEN, SUITEN I (2011) und II (2012), die Editionsarbeit am vierten Band CHORALVORSPIELE wird bis zum Kongress abgeschlossen sein. Wegen ihrer innovativen Editionsmethode wird die neue Werkausgabe in der Fachpresse als epochemachend gelobt; ihr großes Anliegen, philologische Sorgfalt mit Benutzerfreundlichkeit und Praxisnähe zu verbinden, ermöglicht einen intensiven Dialog zwischen Wissenschaftlern und Künstlern.

Im Themenjahr 2012 der Lutherdekade REFORMATION UND MUSIK werden die Bedeutung des protestantischen Chorals im Werk des Katholiken Reger sowie J. S. Bachs Vermittlerrolle, die Bekenntnishaftigkeit von Regers Werken, sein Selbstverständnis und sein Verhältnis zur Mystik ebenso behandelt wie der historische Kontext der Simultaneumsstadt Weiden und der Stellenwert der Kirchenmusik beider Konfessionen um 1900.

Die I. Abteilung der Tagung im Erbacher Hof beschäftigt sich mit dem geistigen Hintergrund von Regers Schaffen. Bei der II. Abteilung in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur stehen philologische und ästhetische Fragen im Kontext der neuen entstehenden Werkausgabe im Zentrum. Die Themen behandeln den Schreibprozess und das Werkverständnis Regers sowie die prinzipielle Zeichenhaftigkeit musikalischer Notation, die immer der wissenschaftlichen und künstlerischen Auslegung bedarf. Am dritten Tag wird an der Musikhochschule Mainz die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Klang und damit die Vieldeutbarkeit des Kunstwerks thematisiert und praktisch erprobt, die Wissenschaftler und Künstler bei der gemeinsamen Auslegungs- und Vermittlungsarbeit verbindet.

Zwei Kammerkonzerte und ein Orgelkonzert sind substanzieller Bestandteil des Kongresses.